Der Unternehmensname Bauknecht steht bis heute für große deutsche Tradition im Bereich Haushaltsgeräte. Dabei ist fast in Vergessenheit geraten, dass die Firma bereits 1982 Konkurs anmeldete und danach zunächst in den Besitz des Philips-Konzerns überging. Die Niederländer gaben aber schon bald darauf ihre komplette Elektrogeräte-Sparte an das US-Unternehmen Whirlpool ab und so wurde Bauknecht schon vor langen Jahren zum Amerikaner.

Waschmaschinen-Käufer scheint das aber nicht zu stören. Der Name Bauknecht hat nach wie vor einen guten Klang und 2016 konnten nur zwei andere Hersteller mehr Waschmaschinen in Deutschland verkaufen als Bauknecht. Damit hängte man sogar manch namhaften inländischen Produzenten ab und wurde zum zweiterfolgreichsten ausländischen Waschmaschinen-Verkäufer. Hier suche ich nach den Gründen für diesen Erfolg und schaue mir die Waschmaschinen von Bauknecht genauer an.


Geschichte der Bauknecht Waschmaschinen

Bis zur Vorstellung der ersten vollautomatischen Waschmaschine verstrichen im Hause Bauknecht fast vier Jahrzehnte. 1958 – also knapp vierzig Jahre nach der Gründung im Jahr 1919 – war es so weit, nachdem 1955 immerhin schon ein einfacher Waschautomat die Produktionshallen verließ. Der Slogan ‚Bauknecht weiß, was Frauen wünschen‘ wird zu einer der bekanntesten Werbebotschaften der Wirtschaftswunderjahre und entsprechend erfolgreich verkaufen sich auch die Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte von Bauknecht.

Der Preis für den ersten Waschvollautomaten betrug damals stolze 1825 DM – für das Doppelte hätte ich 1958 immerhin schon einen VW Käfer bekommen. Dafür bot die Maschine aber schon ein Fassungsvermögen von fünf Kilogramm und eine ‚wäschenatürliche‘ Waschmethode, wie es Bauknecht formulierte.

20 Jahre später beherrschten die Bauknecht-Geräte dann das komplette Spektrum der Waschprogramme und waren auf geringe Restfeuchte für schnelles Trocknen oder sparsamen Verbrauch ausgelegt. Trotz guter Qualität, hohen Verkaufszahlen und Milliarden-Umsatz in ganz Europa häufte die Firma aber gleichzeitig mehrere Hundert Millionen Schulden an, was schließlich die Pleite bedeutete.

Auch nach der Übernahme durch Philips entwickelte Bauknecht seine Waschmaschinen-Technik eigenständig weiter. Die bekanntesten Ergebnisse dieser Arbeit waren die Wolle-Schaukel für empfindliche Textilien oder der Öko-Waschvollautomat, der mit rund einem Drittel weniger Waschmittel auskam als andere Maschinen.

Innovativ ging es zuletzt aber auch unter amerikanischer Leitung weiter: mit den Baureihen ACCESS und BIG wurde Bauknecht zum Pionier für Waschmaschinen mit extragroßer Bullaugenöffnung. Zuletzt rechnete sich der Standort Deutschland dann allerdings nicht mehr. 2012 schloss die Produktion und 2015 folgte dann das endgültige Aus mit der Schließung der deutschen Entwicklungsabteilung. Alle aktuellen Bauknecht Maschinen kamen danach komplett aus den Whirlpool-Fabriken in den USA.


Was zeichnet eine Bauknecht Waschmaschine aus?

Eine Waschmaschine von Bauknecht steht auch nach dieser wechselvollen Markengeschichte immer noch als ein Inbegriff für Qualität. Die Geräte zeigen sich als überdurchschnittlich langlebig und erreichen in vielen Haushalten eine Lebensdauer von weit mehr als zehn Jahren. Für seine neueren Modelle mit der leisen ZEN-Antriebstechnologie gibt Bauknecht sogar eine lebenslange Garantie auf den Motor.

Dabei liegen aber auch die Waschleistung, der Bedienungskomfort oder der sparsame Umgang mit Wasser und Strom auf einem ähnlich hohen Niveau, was die Maschinen zu einem ausgewogen guten Gesamtpaket macht. Bei Bauknecht finde ich also jede Menge Premium-Merkmale, aber nicht unbedingt Premium-Preise. Viele Waschmaschinen von Bauknecht sind überraschend preiswert. Außerdem fällt das gute Angebot mit verschiedenen hochwertigen Topladern von Bauknecht positiv auf.


Die neuesten Funktionen und Innovationen von Bauknecht Waschmaschinen 2017

Der schon erwähnte extrem laufruhige und langlebige ZEN-Direktantrieb oder das wäscheschonende Premium Care-Waschverfahren sind zwar keine brandneuen Bauknecht-Innovationen mehr, gehören aber auch 2017 noch zu den wichtigsten Merkmalen dieser Waschautomaten.

Sie werden ergänzt von vielen weiteren Highlights der Marke. Dazu zählt das CleverClean-Verfahren bei dem das Waschmittel zuerst mit Wasser verdünnt und dann auf die Wäsche gesprüht wird, was die Reinigungswirkung steigert und gleichzeitig den Waschmittelverbrauch senkt. Die richtige Dosierung nimmt mir Bauknecht – genau wie für den Weichspüler – dabei gleich noch automatisch ab.

SoftMove bewegt die Waschtrommel dazu in eigens auf die jeweilige Wäscheart abgestimmten Bewegungen, um die verschiedenen Fasern individuell schonend zu reinigen. Die passenden Waschprogramme sind natürlich komplett vorhanden – falls ich die aber noch weiter anpassen möchte, kann ich auch eigene Programme festlegen und abspeichern.

Und wer kennt das nicht? Die Maschine läuft gerade und dann hat man noch ein oder zwei Teile gefunden, die ebenfalls gewaschen werden müssten. Bauknecht schafft hier Abhilfe mit der Nachlegefunktion: in allen Programmen kann ich in den ersten 15 Minuten problemlos die vergessenen Wäschestücke nachlegen. Sehr praktisch!

Ein A+++ Energielabel für sparsamen Verbrauch ist bei Bauknecht übrigens eine Selbstverständlichkeit.


Sollte ich meine Bauknecht Waschmaschine besser online oder vor Ort kaufen?

Bei den Waschmaschinen von Bauknecht habe ich beim Onlinekauf deutliche Vorteile. Im Internet finde ich viel mehr Maschinen der Marke, weil sich der Händler vor Ort eher auf einige aktuelle Modelle konzentriert, während in Onlineshops auch noch – ebenso gute – Vorgänger zu günstigen Preisen erhältlich sind. Die Preise sind dann gleich ein weiterer Vorteil des Waschmaschinenkaufs online.

Im Netz sind diese und andere Haushaltsgeräte überwiegend billiger als im stationären Handel, da Onlineshops einfach geringere Kosten haben und diese Einsparungen als Preisvorteile direkt an die Kunden weitergeben. Und auch ein Preisvergleich fällt im Netz natürlich viel leichter, als wenn ich alle einschlägigen Geschäfte in meiner Stadt nacheinander abklappere.


Wie schneiden Bauknecht Waschmaschinen im Test ab?

Die Waschmaschinen von Bauknecht zählen zu Testers Lieblingen und erreichen regelmäßig gute und sehr gute Bewertungen. Ein aktuelles Beispiel im Frühjahr 2017 ist die Bauknecht Premium Care 8417, die es beim ETM Testmagazin auf eine sehr gute, herausragende Note von 1,5 gebracht hat. Suche ich dazu noch preisgekröntes Design oder den leisen ZEN-Antrieb, passt vielleicht die Bauknecht Premium Care WM Style 824 ZEN, die Ende 2015 von den gleichen Testern eine gute Bewertung attestiert bekam. Ähnlich positiv schnitt davor schon das Einsteiger-Gerät Bauknecht WA 744 BW bei der Stiftung Warentest ab.

Dort werden auch immer wieder die Bauknecht Toplader gelobt. Bestes Beispiel: der Bauknecht WMT EcoStar 6Z BW Toplader, der gerade Ende 2016 als Testsieger der Stiftung Warentest abschnitt.


Unser Fazit zu Bauknecht Waschmaschinen

Bauknecht kann mich mit vielen Modellen voll überzeugen und die hohen Ansprüche erfüllen, die ich bei einer echten Traditionsmarke habe. Gleichzeitig überrascht mich das Preisniveau der Bauknecht Geräte. Sie sind durch die Bank günstiger, als ich das erwarten würde und bieten damit ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders, wenn ich aus Platzgründen nach einem Toplader suche, führt eigentlich kein Weg an Bauknecht vorbei. Hier zeigt Bauknecht nicht nur einige der fortschrittlichsten Waschautomaten dieser Bauart – auch die Auswahl mit vielen Modellen ist sehr kundenfreundlich.