Als Waschmaschinen-Experte höre ich häufiger von diesem Problem: die Waschmaschine stinkt oder Wäsche müffelt, obwohl sie gerade frisch gewaschen aus der Maschine kommt. Was ist da passiert? Und vor allem, wie werde ich den modrigen Geruch in der Waschmaschine wieder los? Hier habe ich die besten Erste-Hilfe-Tipps gesammelt, wenn die Waschmaschine stinkt.


Woher kommt der Gestank in der Waschmaschine?

Wenn die Waschmaschine stinkt, sind dafür immer zwei Verursacher verantwortlich: Bakterien und Schimmelpilze. Überall, wo es feucht und warm ist, finden sie einen idealen Nährboden. Fehlt es dazu noch an ausreichender Frischluftzufuhr, die feuchte oder nasse Stellen wieder trocknet, gedeihen Bakterien und Schimmel in rasantem Tempo. Ein Waschautomat bietet ihnen also geradezu paradiesische Lebensbedingungen und sind sie dort einmal heimisch, verbreiten sie auch bald ihren typischen Gestank – mal muffig, mal faulig.


Wo genau sitzen Bakterien und Schimmel in den Maschinen?

Die Gummidichtungen der Geräte – insbesondere die große Dichtung zwischen Einfüllöffnung und Waschtrommel mit ihrem verschlungenen Profil – sind besonders anfällig. Hier sammeln sich schnell Stauwasser, Restfeuchte, aber auch Haare oder anderer Schmutz an und werden zum Nährboden für Pilze und Bakterien.

Pumpt die Maschine zum Ende eines Waschvorgangs nur ungenügend ab, oder wenn ich nasse Wäsche noch länger in der Trommel liegen lasse, sammelt sich am Boden der Waschmaschine oder besser der Trommel ebenfalls Wasser und Feuchtigkeit. Wird die Maschine dann ein paar Tage nicht benutzt, sind die Bakterien da und mit ihnen muffiger Geruch.

Genauso können die feuchten Rückstände im Flusensieb oder Reste von Waschmittel und Weichspüler in den jeweiligen Einfüllfächern zu bakteriellen Brutstätten werden, die dann unangenehm müffeln.

Diese Geruchsquellen finde ich eigentlich in jeder Maschine. Selbst bei nagelneuen Geräten können sie nach wenigen Wochen entstehen, wenn ich nicht aufpasse. Sind die Maschinen schon etwas älter, kommen auch Kalkablagerungen oder mechanische Defekte als mögliche Verursacher infrage, wenn die Waschmaschine stinkt. Kalkrückstände verhindern dabei einen reibungslosen Wasserdurchfluss oder -abfluss und stauen Feuchtigkeit auf. Defekte Teile – beispielsweise poröse Gummidichtungen oder eine altersschwache Ablaufpumpe – lassen ebenfalls schnell Wasseransammlungen entstehen, die dann üblen Geruch verursachen können.


Die Kehrseite des Energiesparens

Strom und Wasser kosten Geld und die Preise dafür steigen jedes Jahr. Logischerweise möchte ich da beim Waschen möglichst wenig Wasser und Strom verbrauchen, um mein Portemonnaie zu schonen. Die verschiedenen Waschmaschinenhersteller helfen mir dabei seit Jahren gern, können sie doch sparsame Geräte gleichzeitig werbewirksam mit guten oder sehr guten Energielabeln versehen.

Die dafür erforderlichen geringen Verbrauchswerte werden unter anderem mit niedrigen Waschtemperaturen in den unterschiedlichsten Spar-Waschprogrammen erreicht. Wenn ich so ein Programm aktiviere, wird meine Wäsche irgendwo zwischen 30 und 50 Grad gewaschen. Viele Hersteller erlauben es sogar, Waschgänge mit nur 20 Grad zu starten. Alle gängigen Waschmittel unterstützen solche „Kaltwäschen“ ebenfalls längst.

Was sich einerseits effizient und umweltfreundlich anhört, macht meine Waschmaschine aber auch zur wahren Keimschleuder – schlechte Gerüche inklusive. Niedrige Waschtemperaturen begünstigen die Entstehung eines Biofilms aus Fett- und Schweißrückständen auf der Innenseite der Waschtrommel. Und der sorgt schnell dafür, dass die Waschmaschine stinkt. Ist die keimende Schicht einmal genügend ausgeprägt, dringt der üble Geruch auch regelmäßig in meine Wäsche ein. Die Wäschestücke riechen dann bereits unmittelbar nach der Wäsche nicht wirklich frisch und fangen später im Schrank richtig an zu miefen.

Wer sich so ein übel riechendes Wäschestück überstreift oder in stinkender Bettwäsche schläft, bekommt schnell zu viel. Und dabei bleibt es nicht. Die von Bakterien oder Schimmel befallene Maschine lässt erst das Bad und bald die ganze Wohnung nach fauliger Kloake „duften“ … Wie bekomme ich jetzt wieder hygienische Sauberkeit in die Waschmaschine, um diesen Gestank loszuwerden?


Das hilft, wenn die Waschmaschine stinkt

Hier habe ich einmal ein paar Soforthilfe-Tipps zusammengefasst, die den Bakterien in der Waschmaschine den Garaus machen und wieder für frische Luft und angenehm duftende Wäsche sorgen.


Ordentlich einheizen

Als erstes muss die Waschmaschine einmal richtig auf Temperatur gebracht werden. Dazu starte ich einen Kochwaschgang mit leerer Trommel – falls ich Kochwäsche oder alte Putzlappen herumliegen habe, kann ich die jetzt aber auch bedenkenlos mitwaschen. Gebe ich zusätzlich etwas Zitronensaft in die Trommel – ein bis zwei Tassen – entkalke ich die Maschine gleichzeitig auf natürliche Weise und außerdem hinterlässt der Saft ein angenehmes Zitrusaroma in der Trommel. Das Geld für einen teuren Waschmaschinenreiniger kann ich mir an dieser Stelle sparen. Diese Produkte preisen sich zwar mit nahezu klinischer Hygiene an, aber eine Waschtemperatur von 90 Grad hat die gleiche Wirkung auf Bakterien und Co: alles wird abgetötet. Manche Hersteller integrieren auch Spezialprogramme zur Trommelreinigung in ihre Geräte. Oft arbeiten die aber mit etwas niedriger Temperatur von nur 70 Grad, was dann sicherheitshalber schon wieder einen Spezialreiniger erforderlich macht. Deswegen bevorzuge ich immer das Kochwäsche-Programm!


Waschmittelfach und Flusensieb auf Vordermann bringen

Nach der Kochwäsche beginnt dann leider die Handarbeit. Zunächst ist die Schublade für Waschmittel und Weichspüler dran. Sämtliche Rückstände müssen entfernt werden – manchmal klappt das schon durch Abreiben mit einem feuchten Lappen, ältere Ablagerungen muss ich aber vorher einweichen. Das geht mit Spülmittel, noch gründlicher klappt es dagegen mit einem Gemisch aus Wasser und Essig oder Essigessenz. Ist der Behälter wieder schön sauber, muss er nur noch trocknen und kann danach wieder in die Maschine eingesetzt werden.

Ist das erledigt, rücke ich dem Flusensieb auf die Pelle und entferne dort mit der Hand alle groben Schmutzrückstände, Haare usw. Anschließend weiche ich auch das Sieb ein paar Stunden in Wasser-Essig-Gemisch ein, spüle es ab, lasse es trocknen und baue es wieder ein.

Zum Schluss kommen die Gummidichtungen an der Waschmaschinentür dran. Hier nehme ich einen feuchten Lappen, tränke den zusätzlich mit Essig oder wieder Zitronensaft und reibe damit die Dichtung mit allen ihren Falten gründlich ab. So entferne ich geruchsbildende Ablagerungen und auch Rückstände wie Wäscheflusen, Haare und anderen Schmutz.

Für gewöhnlich ist der Spuk danach vorbei. Stinkt die Maschine jetzt immer noch, muss ich einen Blick unter die Haube werfen oder dafür einen Fachmann holen. Denn dann ist es sehr wahrscheinlich, dass irgendwo ein Leck Wasseransammlungen hinterlässt, die dann zu riechen beginnen.


Vorbeugung: So stinkt die Waschmaschine nie wieder

Die Waschmaschine stinkt? Mit diesen vorbeugenden kleinen Handgriffen vermeide ich das Problem dauerhaft:

Dazu muss ich nach jedem Waschgang die Gummidichtung – vor allem unten in der Mulde – kurz trocknen. Dabei achte ich gleich darauf, dass die kleinen Abflusslöcher hier immer frei von Verschmutzungen sind. Die Waschmaschinentür bleibt nach der Wäsche immer offen, damit Luft die Trommel trocknen kann – ein kleiner Spalt reicht dafür bereits aus. Auch das Fach für Waschmittel und Weichspüler muss immer wieder gut trocknen können. Dafür kann ich es ganz herausnehmen, eventuell gleich Rückstände abwischen, oder ich lasse die kleine Schublade etwas offen stehen.

Das alles ist in wenigen Sekunden erledigt und wird schnell zur Routine. Ich kann aber noch mehr zur Vorbeugung tun, um mir den Mief in der Waschmaschine zu ersparen!

Einmal pro Monat schreibe ich mir eine Kochwäsche mit leerer Maschine in den Terminkalender. Mit etwas Zitronensaft entkalke ich die Maschine dabei gleich im einem Gang. Dazu plane ich noch etwas mehr Zeit ein und reinige hinterher wie schon beschrieben Dichtungen und Flusensieb.

Auf die energiesparenden Kaltwasch-Programme muss ich übrigens nicht gleich komplett verzichten, um zu verhindern, dass meine Waschmaschine stinkt. Im Gegenzug muss ich der Maschine einfach regelmäßig die beschriebene Pflege zukommen lassen. Es hilft auch, wenn ich bei Wäschen mit niedrigen Temperaturen gelegentlich Hygienespüler hinzugebe – vielleicht bei jeder dritten oder vierten Wäsche. Der ist kaum teurer als ein Weichspüler, verhindert dafür aber ebenfalls gut eine schnelle Geruchsbildung in der Maschine oder müffelnde Wäsche.